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Geburtsbericht Teil 1 – Hannes Louis ist auf der Welt

Es war Sonntag, als mich mein Arzt noch einmal zur Untersuchung einbestellte. Meine Hebamme hatte zuvor donnerstags gesagt, das Köpfchen von Hannes sei schon so tief im Becken, dass es nicht mehr „abschiebbar“ sei. Genau das konnte man sonntags sehr gut auf dem Ultraschall sehen. Mein Arzt empfahl mir die Einleitung der Geburt, da Hannes einfach schon sehr groß geschätzt wurde. Markus wollte sich direkt Urlaub nehmen, mein Arzt empfahl ihm, erst gegen Nachmittag zu kommen, da eine solche Einleitung 1-3 Tage dauern kann. Klar, dass er natürlich keine ruhige Minute hatte. Dennoch wollte ich es auch so, um nicht unnötig viele Urlaubstage zu vergeuden. Das Wort „Einleitung“ nahm mir irgendwie die Vorstellung einer „spontanen“ Geburt! Ich hätte so gerne in diesem Fall einfach nicht gewusst, wann es losgeht. Aber vielleicht war es so besser. Wer wusste das schon zu diesem Zeitpunkt! Eines stand fest, einen Kaiserschnitt wollte ich um jeden Preis verhindern.

Montag, 16.7.18

Ich fuhr mit meiner Mama um 7:30h von zuhause los. Im Krankenhaus angekommen, wurde ich stationär aufgenommen und bekam mein Zimmer gezeigt. Um 8:30h war das 1. CTG. Dann musste ich eine Tablette einnehmen und wieder wurde ich für 40 Minuten ans CTG angeschlossen. Jetzt sollten wir 4 Stunden warten. Nach diesen 4 Stunden wurde erneut das CTG für 20 Minuten geschrieben und ich erhielt schließlich die doppelte Dosis des Einleitungsmedikaments. Dann kam ich wieder 40 Minuten ans CTG. Nun hieß es wieder warten, warten, warten für die nächsten 4 Stunden. Meine Mami und ich aßen Kuchen, spazierten durchs Krankenhaus und zum Supermarkt. Alles blieb ruhig. Mit Markus war ich im permanenten Austausch. Aber irgendwann hielt er es nicht mehr aus und kam. Ich sagte noch scherzeshalber zu Mama: „Hannes wartet bestimmt, bis sein Papa kommt!“ Und so war es auch ^^

Die Geburt

Wir gingen gerade Richtung Kreißsaal, um das nächste CTG schreiben zu lassen, als Markus aus dem Aufzug kam. Ich war überglücklich, dass er endlich da war. Ich bekam nun ein neues Medikament, eine andere Tablette. Dann wieder das gleiche Prozedere. Wieder 40 Minuten CTG und im Anschluss vier Stunden warten, dass sich was tut. Um 21 Uhr sollten wir wieder im Kreißsaal sein. Die Hebamme meinte zu uns, wir sollen etwas essen gehen, die Energie bräuchten wir für später. Also gingen Markus und ich aufs Zimmer, Mama machte sich auf den Nachhauseweg. Im Zimmer angekommen, wollte ich meine Tasche auspacken, als mir plötzlich die Fruchtblase platzte. Von diesem Zeitpunkt an sollte es noch 4 Stunden dauern, bis wir Hannes in den Armen halten durften. Das wussten wir allerdings nicht. Markus wurde unruhig und ich ging erst einmal zur Toilette. Er rief eine Schwester, die dann bereits im Kreißsaal Bescheid gab. Die Hebamme wollte mich noch einmal untersuchen. Diese Untersuchung tat unfassbar weh. Mittlerweile glaube ich, dass die russische Hebamme einen Trick angewandt hat, damit es bei mir schneller ging. Sie meinte, zu diesem Zeitpunkt sei mein Muttermund 1cm eröffnet. Wir sollten jetzt etwas essen gehen und um 21 Uhr wieder zum CTG kommen. Gesagt, getan. Wir gingen auf das Zimmer, wo ich dann schon heftige, menstruationsartige Schmerzen bekam. Ich überlegte, ob es Wehen sind, erinnerte mich aber an das Zitat „Wenn du dir nicht sicher bist, dass es Wehen sind, sind es keine Wehen!“. Also ging ich davon aus, dass es keine richtigen Wehen waren. Wir gingen aber dennoch essen. Im Essensraum stützte ich mich immer wieder mit den Händen auf der Stuhllehne ab, ich hatte Schmerzen, ständige Schmerzen. Im Minutentakt. Markus meinte, wir sollten noch einmal in den Kreißsaal! Das wollte ich nicht! Ich dachte zu diesem Zeitpunkt, es seien keine richtigen Wehen. Wehen die nicht produktiv sind, oder Wehen, die noch nicht schlimm genug sind. Auf dem Zimmer wurde es noch schlimmer. Der Abstand blieb gleich. Ich hatte keine Verschnaufpause und musste so langsam anfangen, die Wehen zu veratmen. Markus drückte mir mit seinen Fäusten in den Lendenwirbelsäulenbereich. Dies erleichterte den Schmerz. Irgendwann entschied ich, doch in den Kreißsaal zu gehen, vielleicht etwas gegen die Schmerzen zu bekommen. Die Hebamme schaute mich an und fragte, ob ich gerne hier im Kreißsaal bleiben würde. Ich bejahte. So blieben wir im Kreißsaal, ich bekam eine Buskopan- Infusion. Ich musste während des CTGs liegen und die Schmerzen wurden im Liegen unerträglich. Ich sprang auf und fragte, wann das Buskopan endlich anschlagen würde, da ich keine Linderung verspürte. Die Hebamme meinte, dass es schon helfen würde und es auch den Muttermund weich machen würde. Irgendwann kam eine neue Hebamme (ich hatte kaum Zeitgefühl, was diesen Tag betrifft). Diese stellte sich vor (ich weiß nicht mehr, wie sie hieß, es war mir egal!) und fragte, ob sie mich untersuchen dürfte. Sie ertastete 3-4 cm Muttermundseröffnung und meinte, ich könnte die PDA bekommen. Auf diesen Moment wartete ich sehnlichst, ich war so erleichtert und glücklich. Sie meinte, der Anästhesist wäre in 5 Minuten da. Es dauerte und dauerte. Markus meinte, es habe 20 Minuten gedauert. Für mich war es eine Ewigkeit und ich wurde ungeduldig! Bin ja eh nicht der geduldigste Mensch^^. Während dieser Zeit wurden die Wehen etwas heftiger. Ich fragte, wann der Arzt endlich käme. Ich wollte nicht mehr. Ich wurde in eine aufrechte Position gebracht, damit der Anästhesist schnell loslegen konnte. Da sprang ich auf und schaute die Hebamme an und erklärte ihr, dass ich einen Druck nach unten spürte. Sie untersuchte mich, als der Anästhesist gerade die Tür hereinkam. Der Muttermund war bei 8 cm und ich bekam Presswehen, musste hecheln. Die PDA bekam ich trotzdem noch, musste Wehenhemmer gespritzt bekommen, damit ich still sitzen konnte. Es ging plötzlich alles so schnell. Der Anästhesist war fertig, da untersuchte mich die Hebamme wieder und meinte, wir könnten loslegen, 10 cm sei der Muttermund auf. Ich sollte pressen. Endlich hatte ich keine Schmerzen mehr, nicht weil die PDA wirkte, NEIN, diese wirkte erst 15 Minuten später. Ich empfand die Presswehen als absolut befreiend. Endlich konnte ich etwas tun. Ich hatte die Augen zu, machte, was man mir sagte, alles war mir egal. Markus unterstützte mich, so gut es ging. Da plötzlich hörte ich den Satz: „Das Köpfchen ist schon zu sehen!“ Ich nahm meine ganze Kraft zusammen und dann war er da. Hannes Louis, geboren um 23.18h. Er war so klein, so zierlich, so zerbrechlich… Er wurde eingepackt und ich bekam ihn direkt. Mein kleiner Engel war geboren. Unfassbar, dass ich es geschafft hatte. Ich war so stolz. Erschöpfung verspürte ich nicht. Ich war fit. Mein Arzt kam, er hatte es nicht mehr rechtzeitig geschafft…Fortsetzung folgt!

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2 Responses
  • S.Mirli
    August 9, 2018

    Liebe Julia, ich finde es so schön, dass du uns an diesem besonderen Moment so teilhaben lässt, absoluten Respekt davor und willkommen auf der Welt kleiner Mann. Die Fotos sind so bezaubernd und ich freu mich ganz ehrlich für dich und deine kleine Familie, das Wichtigste, dass ihr gesund seid und glücklich. Ganz ganz viel Liebe zu dir, alles Liebe, x S.Mirli
    http://www.mirlime.com

    • Julia Gutmann
      August 14, 2018

      Liebe Milli, ich freue mich sehr über deine Nachricht. Wir freuen uns sehr, dass du unseren Weg begleitest :-* Küsschen