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Geburtsbericht Teil 2 – Erster Brief an Hannes Louis

Und dann warst du da… „Ein Schwimmer“, meinte die Hebamme, weil du quasi in der Fruchtblase mit all dem Wasser herausgeschwommen bist. Du lagst vor mir, ich betrachtete dich, wie du mit deinen großen Augen umherschautest. Was für ein verrückter Ort. Wo warst du plötzlich? Was dachtest du? Ich war ganz verzaubert.  Verzaubert, dich endlich anzuschauen. Zu wissen, wie du aussiehst. Wie oft habe ich mich das in der Schwangerschaft gefragt. Und dann warst du endlich da. Du hattest so viele Haare, hattest direkt die Augen auf und sahst so friedlich aus, so zerbrechlich, so zart und so klein. „Hallo mein Schatz, hallo mein Schatz!“, waren die ersten Worte, die ich zu dir sagte. Dein Papa stand neben mir, hatte mich die ganze Zeit nicht aus den Augen gelassen, mich permanent unterstützt und dann sah er dich, er weinte. Er küsste mich. Du wurdest in warme Tücher gepackt und  in meine Arme gelegt. Ich war verzaubert. Du schautest mich noch immer mit großen Augen an, als würdest du nicht verstehen, wo du jetzt plötzlich bist. Eben noch im Bauch und nun in meinen Armen. Alles andere war nun vergessen. Die Schmerzen vorbei, die Angespanntheit abgelegt. Es gab nur noch dich und mich und Papa, der schon schnell Bilder machte, um diese wundervollen Momente festzuhalten. 

Mein Arzt versorgte mich und dann untersuchte er dich. Dein Papa stand neben dir, er ließ dich nicht mehr aus den Augen. Alles war perfekt, jeden Test hast du mit Bravour gemeistert. Du warst 3500 Gramm schwer und 50 cm groß. Ich musste noch einige Zeit im Kreißsaal bleiben. Dein Papa ging mit dir und badete dich das erste Mal. Ich wäre so gerne dabei gewesen, aber ich musste noch immer auf dem Kreißsaalbett liegen. Kraft hatte ich genug, denn ich wollte sofort aufstehen, durfte nur nicht. Ich wäre am liebsten direkt duschen gegangen. Mir ging es so gut. Ich hatte keine Schmerzen mehr, ich fühlte mich nicht mehr so schwer. Ich war so glücklich, es endlich geschafft zu haben. Vier Stunden seit Blasensprung waren vergangen, bis du endlich da warst. Ich konnte es nicht fassen, war so unendlich stolz auf mich, die Schmerzen ertragen zu haben, die Geburt gemeistert zu haben. Endlich war ich auf meinem Zimmer, ganz alleine lag ich dort, wartete auf dich und deinen Papa. Ich war so erleichtert, müde, aber gleichzeitig so aufgedreht. Endlich kam dein Papa mit dir. Du lagst ganz friedlich in dem Bettchen, eingemummelt in einen Schlafsack. Ich schaute dich die ganze Nacht an, versuchte zu schlafen, konnte aber nicht. Bei jedem Geräusch, das du machtest, riss ich die Augen auf und schaute nach. Dein Papa war wieder an meiner Seite, er war für dich da und für mich. Er nahm mir in den kommenden 3 Tagen alles ab, was ging. Ich hatte Durst, er brachte mir Wasser, du hattest die Windel voll, er wickelte dich. Ohne ihn hätte ich das alles nicht so hinbekommen. Wie sehr er dich liebt, wie sehr ich ihn dafür liebe, wirst du vielleicht eines Tages verstehen. Wir sind so dankbar, dich endlich kennen lernen zu dürfen, dich Tag für Tag besser zu verstehen, dich zu beobachten, zu liebkosen. Wir sind so dankbar dich zu haben.

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